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Benin

Vorstellung Benin

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Pixabay / Jorono

Kurzer Überblick über Benin

Benin liegt in Westafrika und verfügt dank einer 121 km langen Küste über einen strategisch günstigen Zugang zum Golf von Guinea. Das Land erstreckt sich über eine Fläche von 114.763 km² und hat eine geschätzte Einwohnerzahl von 14.462.724 im Jahr 2024. Diese geografische Lage in Verbindung mit dem Hafen von Cotonou, einem der aktivsten Häfen der Subregion, ist ein großer Vorteil für den regionalen Handel und Austausch. Cotonou, die wirtschaftliche Drehscheibe des Landes, verfügt auch über einen internationalen Flughafen und den berühmten Markt „Danktopa”, der, als einer der größten in Westafrika gilt.

Die Wirtschaft Benins zeichnet sich durch ein bemerkenswertes Wachstum aus. Angetrieben durch Reexporte nach Nigeria, den Transithandel und eine sich in voller Modernisierung befindliche Landwirtschaft verzeichnet sie eine der besten Leistungen der Westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion (UEMOA). Im Jahr 2024 stieg das BIP um 7,5 % gegenüber 6,3 % im Jahr 2022. Die Inflation bleibt unter Kontrolle und sank von 1,4 % auf 1,2 %, ein wichtiger Indikator für makroökonomische Stabilität.   Diese Ergebnisse sind größtenteils auf die Umsetzung des Aktionsprogramms der Regierung (PAG) zurückzuführen, das öffentliche und private Investitionen beschleunigt, die Infrastruktur modernisiert und die Attraktivität des Landes stärkt.

Im Rahmen seiner Strategie, sich zu einem bevorzugten Investitionsstandort zu entwickeln, hat Benin sein Rechtsinstrumentarium grundlegend überarbeitet. Die jüngsten Reformen zielen darauf ab, Unternehmensgründungen zu erleichtern, Investitionen zu sichern und die Entwicklung strategischer Sektoren zu fördern.

Zu den wichtigsten Maßnahmen zählen:

  • Das Investitionsgesetzbuch, das überarbeitet wurde, um attraktive Steuer- und Zollanreize zu bieten;
  • Das Gesetz über Sonderwirtschaftszonen (ZES), das die Industrialisierung fördern und exportorientierte Unternehmen anziehen soll;
  • Das Gesetz über die Entwicklung von Kleinst-, klein- und mittleren Unternehmen (KKMU), das die Unterstützung lokaler Akteure verstärkt und das Unternehmertum fördert.

Diese modernen Rechtsinstrumente spiegeln den Willen der Regierung wider, das Geschäftsklima nachhaltig zu verbessern und ein für das Wirtschaftswachstum günstiges Umfeld zu schaffen. Mit einem nachhaltigen Wachstum, dauerhafter politischer Stabilität und einem überarbeiteten Rechtsrahmen positioniert sich Benin heute als aufstrebende Wirtschaft mit großem Potenzial in Westafrika. Internationale Investoren, insbesondere aus Deutschland, sind eingeladen, diese Instrumente zu nutzen und die zahlreichen Möglichkeiten zu erkunden, die ein Land im Umbruch bietet.

Ein- und Ausfuhr in Benin

Vor dem Hintergrund der Globalisierung, in deren Rahmen Benin seinen Handel mit seinen Handelspartnern intensiviert, war das Jahr 2024 durch eine deutliche Verbesserung seiner Handelsbilanz gekennzeichnet. Das Handelsdefizit verringerte sich auf etwa 1,85 Milliarden Euro gegenüber etwa 2,49 Milliarden Euro im Jahr 2023, was einem Rückgang von 25,7 % entspricht. Die Exporte beliefen sich auf etwa 1,03 Milliarden Euro, während die Importe etwa 3,26 Milliarden Euro erreichten, was einer Deckungsquote von 35,7 % entspricht. Die Verkäufe von Waren ins Ausland stiegen um 5,5 %, während die Einkäufe im Ausland um 16,9 % zurückgingen. Asien bleibt mit 68,2 % das wichtigste Exportziel, gefolgt von Afrika (15,1 %) und Europa (10,8 %), während die Importe überwiegend aus Asien (42,2 %), Europa (28,4 %) und Afrika (21,4 %) stammen.

Ungekämmte und ungekrempelte Baumwolle bleibt mit einem Wert von rund 463 Millionen Euro das wichtigste Exportprodukt, gefolgt von Ölsaaten und Ölfrüchten mit rund 93 Millionen Euro. Bei den Importen liegt Reis mit rund 653 Millionen Euro an erster Stelle, vor Erdöl und Medikamenten. Die wichtigsten Exportpartner im Jahr 2024 sind Bangladesch, Indien, Pakistan, Dänemark und die Vereinigten Staaten, während die Importe hauptsächlich aus Indien, China, Frankreich, Nigeria und Togo stammen.

 

Im Jahr 2024 belief sich das Handelsvolumen zwischen Benin und Deutschland auf etwa 1,68 Millionen Euro an Ausfuhren, was einem Marktanteil von 0,2 % entspricht. Gleichzeitig erreichten die Einfuhren aus Deutschland etwa 54,27 Millionen Euro, was einem Marktanteil von 1,7 % entspricht. Diese Konstellation verdeutlicht eine Handelsbeziehung, die insgesamt deutlich zugunsten Deutschlands ausfällt.

Wichtigste Wirtschaftssektoren in Benin

1. Agroindustrielle Verarbeitung

Die Agroindustrie spielt eine entscheidende Rolle bei der Verarbeitung und Wertschöpfung landwirtschaftlicher Erzeugnisse und trägt 5,9 % zum BIP bei. Ihr Gewicht nimmt stetig zu, begünstigt durch den Aufschwung der Verarbeitungsbetriebe und die Modernisierung der Wertschöpfungsketten, die sowohl Arbeitsplätze schaffen als auch die nationale Wirtschaft beleben. Lange Zeit auf Baumwolle ausgerichtet, hat Benin seine Strategie auf vorrangige Sektoren wie Ananas, Maniok, Reis, Cashewnüsse und Soja ausgeweitet. Zur Unterstützung dieser Zielsetzung hat das Land moderne Industrieinfrastrukturen entwickelt, darunter die Industriezone Glo-Djigbé (GDIZ), 45 km von Cotonou entfernt, die sich zu einem Symbol für Modernisierung und nationalen Stolz entwickelt hat.

Die Industrialisierung Benins macht einen bedeutenden Fortschritt im Rahmen der zweiten Phase des Regierungsaktionsprogramms (PAG 2), das die lokale Verarbeitung zu einem zentralen Pfeiler der nationalen Entwicklungsstrategie erhebt. Innerhalb weniger Jahre ist die Zahl neuer Industrieeinheiten deutlich gestiegen, was den klaren politischen Willen widerspiegelt, den Wert der nationalen Agrarproduktion weiter zu steigern und die lokale Wertschöpfung zu stärken.

Dank der entscheidenden Unterstützung der deutschen Bundesregierung, die über die Entwicklungsbank KfW geleistet wird, intensiviert und erweitert der Nationale Landwirtschaftliche Entwicklungsfonds (FNDA) seine Maßnahmen vor Ort. Diese strategische Partnerschaft stärkt die Finanzierungskapazitäten des beninischen Agrarsektors und ermöglicht die Umsetzung bedeutender Initiativen. Das Industrieprojekt Orana in Djidja ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür: Es zeigt die direkten Auswirkungen dieser Zusammenarbeit auf die Modernisierung landwirtschaftlicher Wertschöpfungsketten und auf die neue Dynamik des privaten Agrarsektors in Benin.

 

2. Erneuerbare Energien

Die Energiewende in Benin stellt eine bedeutende strategische Chance dar. Sie wird durch den politischen Willen der Regierung getragen, die Energieautarkie sicherzustellen, sowie durch institutionelle Reformen, öffentliche Projekte, technische und finanzielle Partnerschaften und internationale Verpflichtungen wie die SDGs und das Pariser Abkommen. Sie ermöglicht eine Verringerung der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern, trägt zur Eindämmung der Abholzung bei, bekämpft den Klimawandel und fördert die Schaffung von Arbeitsplätzen.

Biomasse bleibt die wichtigste Energiequelle in Benin und machte im Jahr 2022 insgesamt 53,9 % des Energieverbrauchs aus, während Erdölprodukte zwischen 2019 und 2022 stabil bei etwa 40 % lagen. In diesem Zeitraum blieb die Biomasse die dominierende Verbrauchsquelle, doch bei der Stromerzeugung vollzieht sich ein deutlicher Wandel: Die Wasserkraft, die 2018 noch 32,6 % der Stromproduktion ausmachte, wird zunehmend durch Erdgas ersetzt, das im Jahr 2022 mit 72,1 % zur Hauptquelle wurde. Photovoltaikenergie bleibt zwar marginal, verzeichnet aber einen leichten Anstieg von 1,8 % im Jahr 2018 auf 3,3 % im Jahr 2022. Somit blieb der beninische Strommix 2022 stark von fossilen Energieträgern abhängig, die nahezu 95,5 % der gesamten Stromproduktion ausmachten.

In diesem Zusammenhang sieht der PDEHR die Elektrifizierung von 15 000 bis 20 000 Haushalten mittels Solar-Minirnetzen und Photovoltaik-Kits vor, deren Kosten auf 800 bis 1 000 USD pro kWp geschätzt werden. Parallel dazu finanziert das MCA Benin II‑Programm den Bau von vier Photovoltaikkraftwerken mit einer Leistung von jeweils 50 MW in Bohicon, Djougou, Natitingou und Parakou.

Der beninische Markt für netzunabhängige Solarlösungen und Mininetze ist nach wie vor wenig gesättigt und bietet damit reale Chancen für spezialisierte Unternehmen, insbesondere für deutsche Anbieter. Die Nachfrage nach integrierten Systemen, die Solarstromerzeugung, Speicherlösungen und Wartungsservices kombinieren, wächst stark und übersteigt das vorhandene Angebot deutlich – insbesondere im industriellen, gewerblichen und kommunalen Sektor.

3. Wasser und Abwasserentsorgung

In Benin bleiben die Versorgung mit Trinkwasser, Hygiene und Sanitärversorgung (WASH) sowohl in städtischen als auch in ländlichen Gebieten zentrale Herausforderungen. Trotz bedeutender Fortschritte ist der Zugang zu Trinkwasser noch nicht universell: Im Jahr 2022 verfügten rund 76,7 % der ländlichen Bevölkerung und 71,8 % der städtischen Bevölkerung über grundlegende Trinkwasserdienste. Das Land strebt im Rahmen der nachhaltigen Entwicklungsziele an, bis 2026 eine Abdeckung von 100 % bei der Grundwasserversorgung zu erreichen.

Im Bereich der Sanitärversorgung bestehen weiterhin große Herausforderungen: Nur ein geringer Teil der Bevölkerung hat Zugang zu verbesserten sanitären Einrichtungen, und ein nach wie vor hoher Anteil praktiziert offene Defäkation – insbesondere in ländlichen Gebieten.

Der Ausbau der Infrastrukturen für Regenwasserentsorgung, Abfallmanagement und die Verbesserung der Hygienedienste ist entscheidend, um die Lebensqualität in den städtischen Zentren zu erhöhen, Gesundheitsrisiken zu reduzieren und die Widerstandsfähigkeit gegenüber klimatischen Risiken zu stärken.

 

4. Bauwesen (BTP)

Der Bausektor in Benin verzeichnet seit mehreren Jahren ein anhaltendes Wachstum. Getragen von der steigenden Nachfrage nach Infrastrukturen, ambitionierten öffentlichen Politiken und der Dynamik innovativer privater Initiativen hat er sich zu einem wesentlichen Pfeiler der wirtschaftlichen, sozialen und städtebaulichen Entwicklung des Landes entwickelt.

Das Bevölkerungswachstum, die schnelle Urbanisierung sowie die Modernisierung öffentlicher und privater Infrastrukturen treiben die Nachfrage nach Bauleistungen im Land erheblich voran – sei es im Bereich des sozialen Wohnungsbaus, bei Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen, gewerblichen Gebäuden oder touristischen Anlagen. In den wichtigsten Städten wie Cotonou, Porto-Novo, Parakou oder Abomey-Calavi verändert sich das Stadtbild rasant und verdeutlicht die Dynamik des Bausektors.

Öffentliche Investitionen, insbesondere getragen durch das Regierungsaktionsprogramm seit 2016, spielen eine zentrale Rolle in dieser Expansion. Gleichzeitig trägt auch der Privatsektor – insbesondere Immobilienentwickler und lokale Bauunternehmen – maßgeblich dazu bei, die stark steigende Nachfrage zu bedienen. Zusammengenommen fördern diese Entwicklungen die schrittweise Strukturierung eines echten nationalen Baumarktes.

 

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